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NEU AM MATHEMATISCHEN INSTITUT

Prof. Dr. Hans-Georg Weigand

Ab 1. April 2000 hat Prof. Dr. Hans-Georg Weigand als Nachfolger von Prof. Dr. Hans-Joachim Vollrath den Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik am Mathematischen Institut der Universität Würzburg inne.

Prof. Weigands Forschungsinteressen liegen unter anderem auf dem sehr aktuellen Gebiet des Einsatzes neuer Technologien in der Lehre sowie der Möglichkeit elektronischer Beobachtung von Arbeitsweisen Lernender am Computer. Daneben hat er wichtige Beiträge zur Klärung des Begriffsverständnisses im Mathematikunterricht geleistet.

1952 in Würzburg geboren, studierte Hans-Georg Weigand ab 1971 an der Julius-Maximilians-Universität Mathematik und Physik für das Lehramt an Gymnasien. Seine Referendarausbildung erfolgte nach dem Staatsexamen am Pädagogischen Seminar des Röntgen-Gymnasiums in Würzburg. Hieran schloss sich eine langjährige Lehrtätigkeit am Bayernkolleg in Schweinfurt an.

1986 wurde Hans-Georg Weigand vom Schuldienst beurlaubt, um auf einer Akademischen Ratsstelle am Lehrstuhl von Prof. Vollrath die Mathematikdidaktik in Forschung und Lehre zu vertreten. Seine Dissertation 1989 bei Prof. Vollrath war dem "Verständnis von Iterationen im Mathematikunterricht" gewidmet.

Auch seine Habilitation erfolgte 1992 am Mathematischen Institut der Universität Würzburg. Das Thema seiner Habilitationsschrift war "Didaktische Betrachtungen zum Folgenbegriff". Nach einer kurzen Tätigkeit als Akademischer Oberrat an der Mathematischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt erreichte ihn bereits 1992 ein Ruf auf eine C3-Professur für Didaktik der Mathematik an der Universität Oldenburg. Seit 1995 hat Hans-Georg Weigand eine C4-Professur für Didaktik der Mathematik an der Universität Giessen inne. Dort erreichte ihn der Ruf auf den Würzburger Lehrstuhl.

Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit ist Hans-Georg Weigand in mehreren fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Gremien tätig. Seit 1997 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift "Mathematiklehren", seit 1996 im Editorial Board der Zeitschrift "Computeralgebra in Mathematics Education". Innerhalb der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) gehört er seit vielen Jahren dem wissenschaftlichen Beirat sowie dem Leitungsteam der Arbeitsgruppe "Mathematikunterricht und Informatik" an. Ausserdem organisiert und leitet Hans-Georg Weigand seit vielen Jahren regelmässig Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer, so im kommenden Sommersemester auch an der Universität Würzburg.

Auch zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen hat Hans-Georg Weigand wissenschaftliche Kontakte. So verbrachte er das Wintersemester 1998/99 an der University of Illinois in Urbana-Champaign (USA). Dort hielt er im Rahmen eines von der VW-Stiftung geförderten Projekts auch Kurse für Studierende zu den Themen "Introduction to the Teaching of Secondary School Mathematics" und "Technology-based Curriculum Development". Parallel dazu untersucht Hans-Georg Weigand Arbeitsweisen von Lernenden beim computerunterstützten Problemlösen im Rahmen eines seit 1998 laufenden DFG-Projekts. Zur Zeit gilt sein besonderes Interesse den Möglichkeiten und Chance einer Internet-unterstützten Kommunikation in der Universitätsausbildung, einem auch politisch sehr aktuellen und vieldiskutierten Gebiet.