Codierungstheorie, Wintersemester 2000/01

Vorlesungsankündigung

Der praktische Zweck der Codierungstheorie ist die Übertragung von Nachrichten mit eingebauter Redundanz, so dass man Übertragungsfehler erkennen, oder noch besser, sogar korrigieren kann. Ein typisches Vorgehen könnte das folgende sein: Man wählt Wörter der Länge n mit Buchstaben 0 und 1, und verlangt, dass sich je zwei Wörter an mindestens 3 Stellen unterscheiden. Auf diese Weise kann man, wenn höchstens ein Übertragungsfehler aufgetreten war, das korrekte Wort eindeutig identifizieren. Es ist natürlich wünschenswert, möglichst viele Wörter einer Länge zur Verfügung zu haben. Die Codierungstheorie besteht im wesentlichen aus drei Aspekten:
1. Die Konstruktion möglichst guter Codes. Hierfür werden zahlreiche Methoden der Zahlentheorie, Kombinatorik, und algebraischen Geometrie verwendet.
2. Sätze, die die Qualität von Codes nach oben beschränken. Im obigem Beispiel sieht man sofort, dass man nicht mehr als 2^n/(n+1) Wörter haben kann, da es zu jedem Wort n+1 Wörter gibt, die sich an höchstens einer Stelle vom Codewort unterscheiden, und diese (n+1)-elementigen Mengen disjunkt sind. Mit feineren oder auch völlig anderen Methoden lassen sich bessere Schranken zeigen.
3. Algorithmen zur Codierung und Decodierung.
Die Aspekte 1. und 2. bilden den Schwerpunkt der Vorlesung. Ob auch Codes behandelt werden, die Kenntnisse in algebraischer Geometrie voraussetzen (Goppa Codes), wird vom Vorwissen der Zuhörer abhängig gemacht.

Literatur


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