Oberseminar Didaktik der Mathematik - de Sena Maier
Einschätzungen von Mathematikerinnen und Mathematikern zu möglichen Konventionsbrüchen bezüglich der Verwendung von Symbolsprache in Studierendenbeweisen.
| Datum: | 19.05.2026, 16:00 - 17:45 Uhr |
| Kategorie: | Fakultät für Mathematik und Informatik, Startseite-Mathematik, Veranstaltung |
| Veranstalter: | Lehrstuhl für Mathematik V (Didaktik der Mathematik) |
| Vortragende: | Nathania de Sena Maier |
Das Schreiben von Beweisen stellt gerade in der Studieneingangsphase viele Studierende vor große Herausforderungen. Dabei wird Symbolsprache innerhalb des Beweistextes oft unpassend verwendet. Was aber als passende oder unpassende Verwendung von Symbolsprache gilt, wird durch meist nur implizit kommunizierte Schreibkonventionen beeinflusst. In dem Vortrag wird eine Studie vorgestellt, bei der zwölf Mathematikerinnen und Mathematiker zu ihren Einschätzungen von Schreibkonventionen für Studierendenbeweise befragt wurden. Dabei wurde den Mathematikerinnen und Mathematikern ein Beweis mit möglichen Konventionsbrüchen zur Korrektur vorgelegt. Anschließend wurden sie zu ihrer Korrektur befragt und es wurden weitere mögliche Konventionsbrüche diskutiert, die vorausgehend nicht markiert wurden.
Die bisherige Auswertung von fünf Interviews zeigt, dass die Mathematikerinnen und Mathematiker bereits während der Reflexion der Korrektur auch Konventionsbrüche ansprechen, die sie selbst in der Korrektur nicht markiert haben. Die von uns eingebauten möglichen Konventionsbrüche in der Symbolsprache wurden von fast allen Teilnehmenden als unkonventionell bestätigt. Teilweise gaben die Dozierenden dabei aber einen einschränkenden Kontext an, zum Beispiel Studierendenbeweise, die nicht handschriftlich verfasst wurden. Außerdem nannten die Mathematikerinnen und Mathematiker Gründe für die Einhaltung von Schreibkonventionen, zum Beispiel dass Missverständnisse vermieden werden können. Die Ergebnisse werden im Kontext der Literatur eingeordnet und interpretiert. Außerdem werden praktische Implikationen zur Förderung des Schreibens von Beweisen aber auch für die Fortbildung in der Hochschullehre diskutiert.




