Hannah studiert Lehramt Mathematik für das Lehramt an Mittelschulen
Hi,
ich bin Hannah und 24 Jahre alt. Ich studiere Mittelschullehramt mit dem Hauptfach Mathematik an der Universität Würzburg.
Warum habe ich mich für das Mittelschullehramt entschieden?
Bevor ich angefangen habe zu studieren, war ich selbst Schülerin an einer Mittelschule. Schon damals entwickelte sich in mir der Wunsch, irgendwann einmal zu studieren. Zunächst habe ich den Quali und die mittlere Reife an der Mittelschule gemacht, später dann das Abitur an einer FOS/BOS.
Der Mathematikunterricht hat mir eigentlich immer Spaß gemacht und oft habe ich auch Mitschülern geholfen, wenn sie Fragen hatten. Gegen Ende meiner Schulzeit rückte dann das Mittelschullehramt für mich in den Vordergrund. Letztendlich habe ich mich für diese Schulart entschieden, weil hier nicht nur die Fächer wichtig sind, sondern auch das soziale Miteinander einen großen Stellenwert hat. Lehrkräfte an Mittelschulen unterstützen, motivieren und stärken die Jugendlichen sowohl in ihrer persönlichen als auch in ihrer beruflichen Entwicklung – und genau das wollte ich auch machen.
Wie ist das Studium aufgebaut?
Beim Mittelschullehramt wählt man ein Hauptfach und drei Didaktikfächer aus. Ist Mathematik das Hauptfach, so hat man die Möglichkeit aus „Gruppe 2“ zwei Didaktikfächer zu wählen und das dritte aus „Gruppe 3“. Genaueres dazu findest du hier: https://www.uni-wuerzburg.de/studium/angebot/abschluss/stex/la-hs/. Des Weiteren ist das erziehungswissenschaftliche Studium (EWS) ein weiterer Schwerpunkt des Studiums. In diesem Bereich werden Grundlagen aus Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie vermittelt. Ein weiterer wichtiger Teil des Studiums sind die Praktika, die studienbegleitend an Schulen absolviert werden. Dort bekommt man echte Einblicke in den Schulalltag, kann Unterricht beobachten und selbst kleine Unterrichtsversuche ausprobieren. Es gibt auch einen freien Bereich, in dem Wahlmodule oder auch Zusatzqualifikationen belegt werden können. Zum Abschluss des Studiums wird die schriftliche Zulassungsarbeit angefertigt, die Voraussetzung für die Teilnahme am Staatsexamen ist.
Was erwartet mich in den Veranstaltungen?
Die meisten Mathematikveranstaltungen bestehen aus Vorlesungen, die am Ende mit einer Klausur abgeschlossen werden. Begleitend gibt es Skripte und Übungen, die den Stoff der vorherigen Vorlesungen wiederholen und vertiefen. Schon in der ersten Veranstaltung begegnet man dabei Sätzen, Beweisen und Korollaren – also recht abstrakten mathematischen Konzepten.
Ähnlich wie im Grundschullehramt fragt man sich anfangs schnell: „Wozu ist das alles nötig? Ich möchte doch nur Mittelschullehrkraft werden!“ Matrizenrechnungen im LehrplanPLUS? Eher nicht. Solche fachwissenschaftlichen Veranstaltungen erweitern vor allem das eigene Mathematikwissen. Die didaktischen Veranstaltungen hingegen beschäftigen sich direkt mit dem Unterrichten: Hier werden typische Schülerfehler analysiert, Unterrichtsstunden geplant, Entwürfe differenziert und anschaulich gestaltet.
Die Inhalte und Aufgaben können manchmal viel Zeit und Energie kosten. Durchhaltevermögen und die Motivation, Lehrkraft zu werden, helfen dabei, solche Phasen zu meistern und dran zu bleiben.
Tipps und Tricks für den Studiengang
- Vernetze dich mit deinen Mitstudierenden. Es ist hilfreich, in jedem Kurs Ansprechpartner zu haben, um sich auszutauschen, gemeinsam Veranstaltungen zu besuchen und sich bei Fragen oder Aufgaben zu unterstützen, besonders in stressigen Phasen oder bei verpassten Terminen.
- Setze dich nicht unnötig unter Zeitdruck. Die Regelstudienzeit einzuhalten ist für viele unrealistisch. Sinnvoller ist es, pro Semester nur so viele Kurse zu belegen, dass das Arbeitspensum gut zu bewältigen ist.
- Auch das gezielte Arbeiten mit Literatur kann helfen, Inhalte im eigenen Tempo besser zu verstehen. Nicht jedes Buch, welches auf der Leseliste steht muss direkt gekauft werden. Viele Werke sind lediglich zur Vertiefung gedacht und lassen sich in der Universitätsbibliothek ausleihen oder als E-Book nutzen.
- Sinnvoll ist der Mathe-Vorkurs. Dieser erleichtert den Einstieg in das Studium. Fangen dann erstmal die Vorlesungen und Übungen an, ist es wichtig diese regelmäßig zu besuchen. Der Besuch erleichtert das Verständnis des Stoffs und hilft, kontinuierlich am Ball zu bleiben.
- Darüber hinaus sollte man sich frühzeitig über die Zulassungsarbeit sowie die Voraussetzungen für die Zulassung zum Ersten Staatsexamen informieren, um späteren Zeitdruck zu vermeiden.
- Unterstützend wirken auch universitäre Angebote wie die JIM-Erklärhiwis, die zu festen Zeiten im Übungsraum zur Verfügung stehen und bei Fragen zum aktuellen Stoff weiterhelfen.
- Nicht zuletzt braucht ein Studium vor allem eines: Durchhaltevermögen. Es wird Phasen geben, in denen Inhalte schwierig erscheinen oder die Motivation nachlässt. Das ist ganz normal – entscheidend ist, dranzubleiben, Hilfe zu suchen und sich nicht entmutigen zu lassen.
