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Institut für Mathematik

Julian berichtet zu seinem Studiengang Wirtschaftsmathematik

Hey, ich bin Julian.
Ich studiere Wirtschaftsmathematik im Bachelor im dritten Semester an der Uni Würzburg. In diesem Studi-Blog möchte ich euch einen Einblick in meinen Studiengang geben und meine Erfahrungen mitteilen.

Mein Weg ins Wirtschaftsmathematik-Studium

Mein Weg in dieses Studium erfolgte über ein paar Umwege. Frisch nach dem Abi war es eigentlich mein Ziel, Gymnasiallehrer für Mathematik und Englisch zu werden. Ich habe mein Studium genau in dieser Kombination an der Uni Würzburg begonnen, doch schnell gemerkt, dass mir das nicht taugt. Nach einem Semester brach ich dieses Studium ab.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber schon – ich will etwas mit Mathematik studieren. Mathematik hat mir während meines alten Studiums mit Abstand am meisten Spass gemacht und demnach suchte ich nach einem alternativen Studiengang mit Schwerpunkt Mathematik in Würzburg. Der reine Mathematik Bachelorstudiengang war mir zu theoretisch – ich wollte Anwendung. Da ich mein Abitur an einer FOS mit Schwerpunkt Wirtschaft erworben habe und mich seit meiner Schulzeit für Wirtschaftsthemen interessiere, war meine  Entscheidung schnell getroffen, als ich über den Studiengang Wirtschaftsmathematik gestolpert bin. Er hat genau das kombiniert, was ich gesucht habe, insbesondere einen kleinen Informatik-Anteil.

Was erwartet einen in den ersten Semestern?

Bereits vor Beginn der ersten Vorlesungen finden Vorkurse in Mathematik und Informatik statt. Der Mathematik-Vorkurs ist verpflichtend, der Informatik-Vorkurs optional. Vorab kann ich direkt sagen, dass ich am Informatik-Vorkurs nicht teilgenommen habe, da ich damals den Sinn nicht gesehen habe – die ersten Informatik-Module hat man nämlich erst ab dem dritten Semester. Der Mathematik-Vorkurs ist in meinen Augen allerdings unverzichtbar, da man hier essenzielle Beweistechniken und Grundlagen lernt, die in den ersten Vorlesungen bereits vorausgesetzt sind. 

In dem ersten und zweiten Semester dreht sich alles um Grundlagen in Mathematik und Wirtschaft. In Mathematik steht Lineare Algebra 1 & 2 und Analysis 1 & 2 im Fokus, worauf die folgenden Module im Studium aufbauen. In Wirtschaft dreht sich alles um makroökonomische Grundlagen (Angebot & Nachfrage, Wachstum & Staat), mikroökonomische Grundlagen (Konsumententheorie, Produzententheorie) und Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre.

Was in diesem Studiengang nicht zu unterschätzen ist, ist die Zeit und Arbeit, die man jede Woche investieren muss. Die wöchentliche Bearbeitung der Übungsblätter in Mathematik & Wirtschaft nimmt viel Zeit in Anspruch. Und es ist wichtig, dass man immer am Ball bleibt! Denn was mir besonders aufgefallen ist: Alles baut aufeinander auf! Aber umso belohnender ist es, wenn man merkt, dass man immer besser darin wird komplexe Zusammenhänge in der Mathematik und vielschichtige Wirkungsmechanismen in der Wirtschaft zu verstehen. So baut man sich nachhaltiges Wissen auf, welches im Studium immer  wieder gefordert ist.

Und wie geht es weiter?

Nach den ersten beiden Semestern konzentriert sich der mathematische Teil auf Stochastik sowie stochastische Finanzmathematik und der wirtschaftswissenschaftliche Teil weiterhin auf VWL, BWL und auch auf Risikomanagement. Module aus der Informatik kommen nun ebenso dazu. Im 5. Semester steht ausserdem ein Pflichtpraktikum an. Aber einiges davon ist auch für mich noch Zukunftsmusik.

Was mir besonders gefällt: Man kann sein Studium individuell nach seinen eigenen Interessen gestalten, da man verschiedenste Wahlpflichtmodule in Mathematik und Wirtschaftswissenschaften belegen kann. Man kann genau in die Richtung lenken, in die man gehen möchte, individuelle Schwerpunkte setzen und sich quasi spezialisieren.

Habe ich meine Wahl bereut?

Nein, niemals. Ich bin froh, den Wechsel gemacht zu haben, und habe nun genau das gefunden, was zu mir und meinen Interessen passt. Aufgrund des Arbeitsaufwands kamen zwar Momente des Zweifels auf, aber Durchhaltevermögen hat sich bewährt. Ich bin froh über den Grad an Flexibilität und Optionen, die mir die Wahlpflichtmodule geben, und für die Zukunft stehen mir viele Türen offen. Mir bleibt die Entscheidung, ob ich mich eher mathematisch oder wirtschaftswissenschaftlicher orientieren möchte

Ich plane definitiv einen Master zu machen: Im Moment sehr wahrscheinlich auch in Wirtschaftsmathematik, aber wer weiss – vielleicht ändere ich meine Meinung auch noch mal. Optionen habe ich jedenfalls genug. Ich hoffe mein Blogbeitrag konnte euch bei eurer Studienwahl helfen. Vielleicht sieht man sich mal auf dem Campus in der Zukunft… ich studiere ja noch ein paar Semester.