Ronja studiert Lehramt Mathematik für das Lehramt an Realschulen
Hi,
ich bin Ronja, ich bin 24 Jahre alt und habe im März 2025 mein Realschullehramts-Studium in Würzburg abgeschlossen. Meine Unterrichtsfächer sind Mathematik und evangelische Theologie.
Warum habe ich Realschullehramt studiert?
Das ist eine gute Frage. Ich wusste schon relativ bald, gegen Ende meiner Realschul-Zeit, dass ich einmal Lehrerin werden möchte. Ich bin schon immer gerne zur Schule gegangen. Ich war auch gut - natürlich nicht in allen Fächern. Und es hat mir Freude bereitet, gerade in Mathe meinen Mitschülern zu helfen, wenn sie den Stoff nicht verstanden haben. Über die Jahre habe ich auch Nachhilfe gegeben und ich denke ich bin ganz gut darin, Dinge zu erklären. Während meiner Zeit an der FOS, ich war im sozialen Zweig, habe ich dann überlegt, Sonderschullehramt zu studieren. So kam ich auch nach Würzburg. Letztendlich hatte ich doch Realschullehramt mit den Fächern Mathe und Bio ins Auge gefasst. Doch diese Kombi kann man so in Bayern nicht studieren. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mich am Ende per Ausschlussverfahren durch die Liste der möglichen Mathe-Kombis gearbeitet – und bin schließlich bei Religion gelandet. Denn eines war für mich immer klar: wenn ich Lehrerin werde, dann will ich Mathe unterrichten.
Wie kam ich an die JMU?
Wegen der unterschiedlichen Schulsysteme wollte ich von Anfang an in meiner Heimat Bayern studieren. Sonderschullehramt kann man in Bayern nur in Würzburg und München studieren. Daher wollte ich mir die Uni in Würzburg ansehen. Durch das wunderbare Angebot der Tandemtage und studylive konnte ich Studierende verschiedener Studiengänge für einen Tag bei ihrem Unialltag begleiten.
Die Uni und auch die Stadt Würzburg haben mir damals sehr gut gefallen. Außerdem konnte ich an keiner anderen Universitäten ein ähnliches Programm machen, weil es keines gab. Damit konnte ich mir keine andere Uni so gut anschauen und schonmal erleben wie Würzburg. Und deshalb bin ich dann nach Würzburg gegangen.
Würzburg als Studienort
Würzburg ist eine grüne Stadt mit viel Geschichte und vielen jungen Menschen. Die Tatsache, dass es eine Campus-Stadt ist (die Gebäude der Uni sind über die gesamte Stadt verteilt) sorgt gerade bei Lehramtsstudenten dafür, dass man ganz schön hin und her muss. Zwischen zwei Veranstaltungen liegt meistens eine halbe Stunde – wegen des akademischen Viertels vor und nach den Veranstaltungen. Diese halbe Stunde kann schon mal knapp werden um von einem Vorlesungsort zum nächsten zu gelangen. Doch die Busverbindungen sind recht gut und das Busticket im Semesterbeitrag inklusive, weshalb wir Studis automatisch mit Tickets für den ÖPNV in und um Würzburg ausgestattet sind.
Mein Studienbeginn
Ich habe im Oktober 2020 an der JMU begonnen. Die Wohnungssuche war gar nicht so einfach, letztendlich aber doch erfolgreich und dank Corona habe ich auch all meine Zeit in dieser Wohnung verbracht. Es hat bis zum 3. Semester gedauert, dass ich Kontakte mit anderen Studierenden knüpfen und endlich meine Kommilitonen kennen lernen konnte.
Es gab ein Buddy-Programm, für welches ich mich angemeldet hatte, was uns den Studieneinstieg erleichtern sollte. Aber man war sehr auf sich allein gestellt. Es war schwer, den Stundenplan selbst zu erstellen, geeignete Kurse zu finden – und sich auf den vielen Uni-Plattformen zurechtzufinden.
Doch auch wenn es normal ist, sich am Anfang etwas überfordert zu fühlen, wirst du in Würzburg gut aufgenommen. Bei unserem Studenten Service kannst du dir helfen lassen um deinen Stundenplan zu erstellen. Auch kannst du dir täglich beim Telefonservice der Studienberatung weiterhelfen lassen oder persönliche Beratungstermine vereinbaren.
Außerdem gibt es ein breit gefächertes Ersti-Programm. Dieses hängt stark von den Fächern, die du wählst ab, denn vieles wird von den Fachschaften organisiert. Ich habe in der Mathe-Info-Fachschaft beim Ersti-Programm geholfen. Die „erste Woche“ für Erstis ist meist noch vor dem offiziellen Semesterbeginn. Es wird eine volle Woche, aber eine super Gelegenheit neue Leute kennen zu lernen und sich mit der Uni vertraut zu machen. In einigen Fächern wird ein Vorkurs angeboten (sehr zu empfehlen) in anderen ist er sogar verpflichtend. Der Vorkurs soll dir deinen Einstieg ins Studium erleichtern. Zusätzlich gibt es jede Menge Kennenlern-Angebote von Stadtrally über Spieleabend bis Grillen oder Kneipentour. Ich dufte in diesem Zuge auch schon einige Campus-Touren führen. Dabei wird dir das Gelände rund um die Uni am Hubland gezeigt. Wir helfen den Erstis dabei ihren Studentenausweis zu validieren, Geld auf diesen zu laden und gehen gemeinsam das erste Mal in die Mensa. Es hat mir sehr viel Freude bereitet neuen Studierenden unsere Uni und den Campus näher zu bringen und ihnen bei all dem zur Seite zu stehen, was wir damals (wegen Corona) alleine herausfinden mussten.
Über meine Fächer: Mathematik & evangelische Theologie
In Mathematik, sowie in den meisten Naturwissenschaften, ist es üblich, zu den Vorlesungen eine begleitende Übung zu haben. Dort werden die theoretischen Inhalte aus der Vorlesung praktisch vertieft. Zusätzlich gibt es meist für den Zeitraum von einer Woche ein Übungsblatt, was das Pendant zu Hausaufgaben ist. Diese werden in der Regel in Kleingruppen erledigt. Am Ende des Semesters steht meist eine schriftliche Klausur an. Dafür darf man sich selbst eine eigene Formelsammlung schreiben - quasi ein persönlicher Spicker, auf den man alles drauf schreiben darf.
In evangelischer Religion läuft es ganz anders ab. Es gibt Vorlesungen oder Seminare aber keine Übungen. Am Ende des Semesters schließt man vermehrt mit einer Hausarbeit ab, welche man über die Semesterferien schreibt.
Ich habe die Verschiedenheit meiner Fächer geliebt und es genossen so unterschiedliche Arbeitsweisen und Inhalte zu behandeln. Es ist jedoch eher typisch, in einer „Kategorie“ zu bleiben. So kombinieren die meisten zwei Naturwissenschaften oder Geisteswissenschaften und Sprachen.
Übrigens: In den meisten Veranstaltungen gibt es keine Anwesenheitspflicht – du entscheidest selbst, ob du kommst. Ich fand diese Freiheit toll, auch wenn ich trotzdem fast immer da war. Meist lohnt es sich einfach, weil man die Inhalte durch die Vorlesung viel besser versteht und es wirklich keinen Spaß macht, später alles alleine nachzuarbeiten.
Was zeichnet das Lehramtsstudium aus?
Beim Realschullehramt gibt es eine breite Wahl an Fächern, die man miteinander kombinieren kann. Man kann aber (leider) nicht alles beliebig kombinieren. Informiere dich hier: https://www.uni-wuerzburg.de/studium/angebot/abschluss/stex/la-rs/ genauer zu dem Aufbau des Studiums und den möglichen Fächerkombinationen. An der JMU werden in den meisten Fächern Lehramts-spezifische Vorlesungen angeboten. Man studiert seine Fächer in „nicht vertieft“ und besucht Fachvorlesungen nur für Lehrämtler.
Zu jedem Fach belegt man die Fachwissenschaft und die jeweilige Didaktik. Zusätzlich erwarten dich sieben Veranstaltungen aus den erziehungswissenschaftlichen Bereichen Psychologie, Schulpädagogik und allgemeine Pädagogik. Auch wenn sie meines Erachtens zu kurz kommen, erwarten dich auch einige Pflichtpraktika. Solltest du noch mehr Abwechslung begehren, kannst du jederzeit ein Dritt- oder Erweiterungsfach aufnehmen. Hier bist du völlig frei bei der Wahl.
Die Regelstudienzeit umfasst 7 Semester. Anstelle einer Bachelor Arbeit schreiben wir eine Zulassungsarbeit (ZuLa). Man hat hierfür freie Wahl zwischen den Fächern oder auch Erziehungswissenschaften und den Dozenten. Nach dem Schreiben der ZuLa und dem Abschließen einiger Kurse kann man einen Lehramtsbachelor beantragen. Dieser berechtigt zum Studium eines Masterstudiengangs und unterscheidet sich im Titel je nachdem in welchem Fach man die ZuLa geschrieben hat.
Ein Lehramtsstudium schließt du in Bayern mit dem Staatsexamen ab. Dich erwarten dann je Fach zwei fachwissenschaftliche Prüfungen und eine Didaktik Prüfung, welche in der Regel alle schriftlich sind (aber es gibt Ausnahmen). Zusätzlich gibt es noch ein Staatsexamen in den Erziehungswissenschaften (EWS). Hier kannst du wählen ob du das Staatsexamen in Pädagogik, Schulpädagogik oder Psychologie ablegen möchtest. Das EWS Staatsexamen ist das einzige, das getrennt von den anderen sechs Staatsexamen geschrieben werden kann. Viele ziehen daher das EWS Examen um ein oder zwei Semester vor, um nicht alle sieben Prüfungen auf einmal schreiben zu müssen. Auch ich hab das so gemacht und würde es empfehlen. Solltest du ein Drittfach wählen, kannst du die zugehörigen drei Staatsexamen gesondert von den sechs anderen fachspezifischen Examen schreiben.
Wie sieht ein normaler Uni-Alltag aus?
Die meisten Vorlesungen starten angenehmer Weise erst um 10 Uhr. Das gibt einem morgens genug Zeit, um in Ruhe in den Tag zu starten, sich einen Überblick über die Vorlesungsunterlagen zu verschaffen oder zu prüfen, ob man die Pflichtvorbereitung erledigt hat. Vor der Vorlesung die Folien des Dozenten runterzuladen oder auszudrucken lohnt sich immer – so lässt es sich deutlich entspannter und gezielter mitschreiben.
In der Regel hat man pro Tag etwa zwei bis drei Veranstaltungen: eine Mischung aus Vorlesungen, Übungen oder Seminaren. In Vorlesungen sitzt man meist drin, hört zu und schreibt idealerweise mit. Manchmal geht es alles so schnell, dass man am Ende froh ist, wenn man es geschafft hat bis zum Ende alles mitzuschreiben. Die Seminare sind in der Regel interaktiver gestaltet. Die Dozenten fordern oft zur Mitarbeit auf. Und dann gibt es noch Übungen, da bist du in der Regel selber gefordert und sollst die meiste Zeit über eigenständig arbeiten. Und ja, manchmal gibt’s auch einen Tag, an dem nur eine einzige Veranstaltung im Stundenplan steht – oder sogar ganz frei ist. Man sollte den Stundenplan nicht zu vollpacken, denn man braucht definitiv noch Zeit für die Vorbereitung, Nachbereitung oder die Bearbeitung von Hausaufgaben.
Gerade in Mathematik kann das durchaus fordernd sein – etwa fünf Stunden sollte man für ein Übungsblatt schon einplanen. Dafür trifft man sich meistens direkt an der Uni mit der Abgabe-Gruppe. Ich persönlich schaue mir die Aufgaben gern schon vorher alleine an: So kann man später gezielter vergleichen, ob man auf die gleichen Ergebnisse gekommen ist, und gleich dort weitermachen, wo’s noch hakt. Das spart Zeit und man kann vorher sehen, was man selber schon kann.
Ein echter Klassiker: Mittagessen in der Mensa – am besten fast täglich mit Freunden. Aber bevorzugt nicht zur Schlagzeit um 12, da ist es am vollsten.
Neben dem Studieren bleibt auch noch Zeit für andere Dinge: Der Hochschulsport bietet viele Kurse – perfekt, um sich abends mal auszupowern oder einfach den Kopf freizubekommen. An sonnigen Nachmittagen trifft man sich gern mit Kommilitonen auf dem Campus oder im angrenzenden Gelände der ehemaligen Landesgartenschau am Hubland. Dort kann man sich super entspannen, in der Sonne liegen oder einfach nur quatschen.
In der letzten Uniwoche – und in den zwei bis drei Wochen danach – werden die meisten Prüfungen geschrieben. Viele bereiten sich in den Wochen davor in den Uni - Bibliotheken vor. Aber Achtung, es wird so schnell voll, dass man schon um halb 10 keinen Platz mehr bekommt.
Und wie sieht es in den Semesterferien aus? Ganz so frei, wie man es sich vielleicht früher vorgestellt hat, sind sie selten. Oft steht noch eine Hausarbeit an. Mein persönlicher Rhythmus: vormittags konzentriert in der Bibliothek schreiben, mittags Mensa – und dann Freizeit. Diese Mischung aus Produktivität und Erholung hat für mich immer gut funktioniert.
Was war mein Highlight?
Puh…, ich habe mein Studium genossen und kann mich glaub ich gar nicht für eine Sache entscheiden. Ich liebe die Freiheiten, die ein Studium mit sich bringt, die Eigenverantwortung und die Selbstständigkeit. Man braucht schon ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und die Fähigkeit sich selbst zu strukturieren. Aber mir hat es immer viel Freude bereitet.
Auch die Vielfalt und dass das Lehramtsstudium so abwechslungsreich ist hat mir sehr gut gefallen. Mit Mathe, Reli, EWS und den Praktika gab es immer genug Abwechslung damit man nie zu viel von einem davon bekommt.
Ich möchte an dieser Stelle von einer Situation aus einem Schulpraktikum erzählen: Ich saß im Mathematikunterricht hinten im Klassenzimmer und hospitierte. Es klingelte, die Stunde war zu Ende, und die Schüler packten ihre Sachen zusammen, um weiter zum nächsten Fach zu gehen. Ich hörte Gesprächsfetzen über den bevorstehenden Unterricht – vielleicht Deutsch, Geschichte, Sozialkunde oder Englisch, ich weiß es nicht mehr genau. Aber in diesem Moment wurde mir bewusst, wie froh ich war, dass ich da nicht mitmusste. Ich musste nicht in ein Fach, das mir in meiner eigenen Schulzeit wenig Freude bereitet hatte. Stattdessen hatte ich den ganzen Tag meine Lieblingsfächer. Mir wurde klar: Ab jetzt würde ich mich nur noch mit den Fächern beschäftigen, die ich selbst gewählt habe und die mir wirklich Spaß machen. Natürlich gibt es auch im Studium Veranstaltungen, die einem weniger liegen oder mehr Anstrengung kosten – aber man hat die Wahl. Und man kann jederzeit umentscheiden. Ich kann mich jetzt auf die Themen konzentrieren, die mich interessieren und begeistern. Und später als Lehrerin werde ich den ganzen Tag nur die Fächer unterrichten, die mir am meisten Spaß machen – was für ein Privileg!
Zusätzlich bin ich HiWi (Wissenschaftliche Hilfskraft) an der JMU, für Mathe Didaktik geworden. Insgesamt habe ich 4 Semester an der Uni gearbeitet. Dabei habe ich verschiedene Vorlesungen begleitet. Ich habe Übungsblätter korrigiert, Übungen gehalten, Klausuraufsicht gemacht und noch vieles mehr. Der Job hat mir immer viel Spaß gemacht, ist super flexibel und gut geeignet um neben dem Studium erledigt zu werden. Außerdem konnte ich hierdurch Gelerntes aus meinem Studium vertiefen und Lehrerfahrungen im Kontext der Universität sammeln. Ich begleite gerne Studierende und stehe ihnen mit meinem Wissen und Erfahrungen zur Seite.
Wenn ich mich jedoch entscheiden müsste würde ich wahrscheinlich mein Auslandsjahr als Highlight wählen. Ich habe ein akademisches Jahr (9 Monate) in Swansea, in Wales studiert. Das war eine meiner besten Entscheidungen überhaupt. Ich habe eigentlich alles dort genossen und die Zeit vor allem dazu genutzt um viele neue Erfahrungen und Bekanntschaften zu machen. Gerade im Lehramtsstudium haben wir viele sehr spezifische und auf unser Schulsystem zurecht geschnittene Kurse. Daher ist es schwierig sich Kurse aus dem Ausland anrechnen zu lassen. Dennoch kann ich es jedem nur wärmstens empfehlen.
Was solltest du mitbringen?
- Selbstdisziplin
- Die Fähigkeit, dich selbst zu organisieren
- Eigenständigkeit
- Freude am Umgang mit Menschen, besonders Kindern und Teenagern
- Geduld
- Du solltest gerne erklären und Inhalte vermitteln
- Gewisses Durchsetzungsvermögen
- Offenheit, auf Menschen zuzugehen
- Interesse und Kompetenz für die Fächer, die du dir aussuchst
- Durchhaltevermögen
Tipps und Tricks
- Wenn du Fragen hast, geh zu den Dozenten, such sie z.B. in ihren Sprechzeiten auf, die meisten sind sehr nett und hilfreich und können dir bestimmt weiterhelfen.
- Nimm Angebote wie „Hausaufgabenzeit“ an, bei denen jemand von der Uni vor Ort ist um dir zu helfen, wenn du Fragen hast. In Mathe haben wir „Erkärhiwis“, die dir gerne helfen und Inhalte der Vorlesung nochmal erklären und mit der Hausaufgabe helfen.
- Du hast Probleme mit irgendwas oder Fragen zum Vorlesungsstoff, traust dich aber nicht zu fragen? – Sei gewiss, den anderen geht es exakt genauso. Es braucht nur einen, der den Mut aufbringt es anzusprechen, und alle werden dir dafür dankbar sein.
- Lass dich auch nicht entmutigen, wenn dir der Stoff gerade total über den Kopf wächst oder du plötzlich gar nichts mehr verstehst. Hier sind eine Pause und Durchhaltevermögen gefragt. Nach zwei Mal drüber schlafen kommt dann meistens doch noch ein Einfall.
- Und noch eine kleine Vorwarnung: Das Studium ist sehr theoretisch und wenig praxisorientiert. Man muss hinnehmen, dass man häufig den Bezug zur Schule nicht sieht oder Inhalte behandelt, die tiefer in die Materie gehen, als das, was wir an der Schule unterrichten werden. Dazu kann ich leider nur sagen, ist halt so und hoffen, dass der Praxis-Teil im Referendariat sinnvoll behandelt wird.
- Vernetze dich mit deinen Mitstudenten, es ist sehr sinnvoll pro Kurs mindestens eine Person zu haben, mit der man sich absprechen kann, Fragen austauschen und gemeinsam zur Vorlesung gehen kann. Man kann sich dann bei den Hausaufgaben gegenseitig unterstützen, Zusammenfassungen austauschen oder sich Mitschriften geben lassen, falls man mal nicht zur Vorlesung kann.
- Es gibt mehr Hilfsangebote an der Uni als man denkt- nutze sie, sie stehen dir kostenlos zur Verfügung. Es gibt Beratungen für eigentlich alles, das Career Center bietet tolle Kurse an, bei denen man sich noch Extra-Skills und Handwerkszeuge für das Berufsleben zulegen kann. Es gibt psychologische Beratung, Rechtsberatung und bestimmt noch so vieles mehr, von dem selbst ich nichts weiß. Die Angebote sind vielfältig und werden meist wenig genutzt, weil viele sie gar nicht kennen. Du kannst z.B. auch kostenlos ins Mainfrankentheater gehen.
- Abonniere die MoMa oder Folge der Uni, deiner Fachschaft etc. um informiert zu bleiben, welche Angebote es so gibt.
- Lass dir lieber etwas länger Zeit, kaum jemand studiert in Regelstudienzeit und man hat auch nicht wirklich was davon. Nimm dir lieber nur so viel vor pro Semester, dass du das Pensum gut bewältigen kannst und das Studieren größtenteils eine tolle Zeit wird.
- Kauf nicht alle Bücher die vielleicht auf der Leseliste der Dozenten stehen. Viele sind zur Vertiefung gedacht und es gibt (fast) alles in der Unibücherei zum Ausleihen, als E-Books oder man scannt sich die Seiten. Und keine Sorge, lass dich nicht erschlagen von dem Umfang mancher solcher Listen, ich hab davon meistens nichts gelesen.
- Kümmer dich rechtzeitig um deine Praktika. Die Anmeldezeit ist manchmal schon ein halbes oder dreiviertel Jahr im Voraus, und abmelden kann man sich leichter als später noch anmelden.
- Such deinen Sitzplatz im Hörsaal/Seminarraum sorgfältig aus. Es lohnt sich gerade am Anfang etwas früher zu kommen. Brauchst du eine Steckdose? Von wo siehst du gut? Im Hörsaal würde ich nie hinten sitzen, man sieht einfach furchtbar schlecht und manchmal spricht der Dozent so leise, dass man ihn nicht mehr versteht.
Ausblick
Mit dem Abschluss meines Studiums liegt ein unglaublicher Lebensabschnitt hinter mir, den ich auf keinen Fall missen wollen würde. Manchmal kann ich es selber noch gar nicht glauben, dass es jetzt vorbei ist. Aber ich freue mich auf den nächsten Abschnitt meines Lebens, der nun maßgeblich vom Referendariat geprägt sein wird. Ich bin gespannt, an welche Schule ich kommen werde, und freue mich darauf, tatsächlich zu unterrichten und endlich einiges für die Praxis zu lernen. Dennoch weiß ich diese Zeit wird unglaublich anstrengend und ich fürchte mich ein wenig davor, dass das Ref so schrecklich wird, wie viele es behaupten. Dass die Vorfreude zu schnell verfliegt und dass das Referendariat mehr eine Qual ist als eine Herausforderung, an der man wächst. Aber ich möchte mir die Vorfreunde nicht nehmen lassen und die Hoffnung, dass es trotz allem eine schöne Zeit werden kann. Darum halte ich fest daran und hoffe auf das Beste.
